Gall kämpft sich an Roglic vorbei

Marco Brenner holt für Tudor den ersten Grand-Tour-Etappensieg

Die Bergankunft Sierra de la Pandera stand am Ende der 155 Kilometer langen 14. Etappe der Vuelta a Espana. Seit der Regentschaft von Enric Mas und seiner Movistar-Mannschaft hat sich einiges geändert. Erneut gab es eine Monsterfluchtgruppe, 45 Fahrer also fast ein Drittel des Pelotons setzte sich ab. Darunter wieder Santiago Buitrago auf der Jagd nach den Bergpunkten und als bester der Gesamtwertung Clement Berthet (+11:06). Auch Movistar blieb beim bewährten Plan wie zum Calar Alto und schickte Pablo Castrilllo und Raul Garcia als mögliche Relaisstationen nach vorne. Die Schlusssteigung war 11,8 Kilometer lang mit einer Durchschnittsteigung von 7,5 Prozent, wobei steile Rampen mit bis zu 15 Prozent warteten. Die Ausreißer gingen mit einem Vorsprung von sieben Minuten in das Finale, der Etappensieg war den Ausreißern sicher. DIe ersten beiden die sich aus der Deckung trauten waren Georg Steinhauser und Guillaume Martin, während dahinter noch taktiert wurde. Nach und nach wurde die Spitzengruppe wieder größer. Es folgte ein spannender Kampf, mehrfach schien es als könnte sich jemand entscheidend absetzten. Über die Kuppe versuchte Santiago Buitrago eine letzte Attacke, doch in der steilen Abfahrt konnte Marco Brenner wieder aufschließen. Die letzten 500 Meter gingen wieder bergauf und Marco Brenner hatte die größten Reserven. Der Deutsche ließ dem Kolumbianer keine Chance. Es war dies der erste Grand Tour-Erfolg für die Schweizer Tudor-Mannschaft. Doch Buitrago kann sich damit trösten, dass er seine Führung in der Bergwertung deutlich ausbauen konnte, der Bergkönig ist ihm fast nicht mehr zu nehmen. In der Tageswertung folgten Cristian Rodriguez, Ivan Romiro Sosa, Valentin Paret-Peintre und Clement Berthet. Für alle Fans unseres Saisonspiels, "der Schläfer ist erwacht". Joao Almeida wurde hinter Jorgen Nordhagen, Filippo Zana und Walter Calzoni Tageszehnter.
In der Favoritengruppe waren nach einer Attacke von Richard Carapaz mit Enric Mas, Primoz Roglic und Felix Gall nur mehr die vier ersten im Klassement übrig. Der Österreicher attackierte mehrfach und auf den letzten steilen Kehren vor der Kuppe mussten Roglic und Carapaz reißen lassen. Mas erhielt noch Unterstützung seiner letzten Relaisstation Raul Garcia, gemeinsam konnte man Roglic bis ins Ziel 25 Sekunden abnehmen. Dadurch schob sich Gall an Roglic vorbei auf den zweiten Gesamtrang.

05.09.2026 - Gerald