Lenny Martinez kämpft sich auf Rang fünf

Tadej Pogacar zertrümmert in Alpe d'Huez den Uraltrekord von Pantani

Alpe d'Huez ist weder der längste noch der steilste Anstieg der Tour de France, doch mit Sicherheit der "heiligste" aller Berge in der Geschichte der Rundfahrt. Der "Berg der Holländer" steht am Ende der 19. Etappe, die Bestzeit in den 21 Kehren hält der legendäre aber auch umstrittene Kletterspezialist Marco Pantani aus Italien mit 37:35. Als Vorspeise dienten Col Bayard, Col du Noyer und der Col d'Ornon auf dem 128 Kilometer langen Tagesabschnitt durch die Alpen. Zum Aufwärmen blieb keine Zeit, denn es ging gleich in die erste Steigung. Schnell teilte sich das Feld in drei Teile, eine große Fluchtgruppe, das Favoritenfeld und dahinter bildete sich das Gruppetto mit den Sprintern. Mit nach vorne hat sich auch Lenny Martinez geschummelt, der Franzose liegt auf dem siebten Gesamtrang. Natürlich waren in der ersten Gruppe Richard Carapaz und Valentin Paret-Peintre, die um das Bergtrikot kämpfen, sowie Mads Pedersen, der auf den Zwischensprint beim Kilometer 90 spekuliert. Der Plan des Dänen funktionierte perfekt, 25 weitere Punkte bedeuten praktisch die Vorentscheidung für das Punktetrikot. Nur mehr theoretisch ist er einholbar. Im Anstieg zum Col d'Ornon musste Valentin Paret-Peintre seinen zwei gewonnenen Bergsprints Tribut zollen, der Franzose fiel entkräftet aus der Spitzengruppe zurück, während Carapaz dranbleiben konnte. Die Anwesenheit von Martinez in der ersten Gruppe zwang auch Lidl-Trek zur Nachführarbeit, exakt 3:25 betrug der Vorsprung der Ausreißer am Beginn der legendären 13,8 Kilometer nach Alpe d'Huez. Schon nach wenigen Kehren machte Tadej Pogacar klar, dass er die prestigeträchtige Etappe gewinnen möchte. Alleine machte er sich auf die Verfolgung, kurz konnte ihn auch Adam Yates unterstützen, der vorne in der ersten Gruppe platziert wurde. Der entfesselte Weltmeister kurbelte unerbittlich nach Oben, an der 3000-Meter-Marke schloss er fast zu Richard Carapaz, Sepp Kuss und Lenny Martinez auf. Carapaz versuchte noch eine Verzweiflungsattacke, an der Ortseinfahrt 1700 Meter vor dem Ziel waren Poagacar und Martinez an seinem Hinterrad. Die letzte Keule folgte an der Flame Rouge. Tadej Pogacar gewinnt deutlich vor Lenny Martinez und Richard Carapaz. Quellen im Internet zeigen eine neue Rekordfahrt, 35:26 Minuten unglaubliche 23,3 km/h im Durchschnitt. Hinter den Ausreißern Sepp Kuss und Tobias Halland Johannessen erreichten Remco Evenepoel (+2:29), Isaac Del Toro (+2:41), sowie Mattias Skjelmose und Paul Seixas (+2:45) das Ziel.
Tadej Pogacar hat für die letzte schwere Alpenetappe morgen sagenhafte 7:11 Vorsprung auf Remco Evenepoel. Der Belgier sollte seinen zweiten Rang auch sicher haben, mit 9:42 liegt Isaac Del Toro schon deutlich zurück. Neuer Gesamtfünfter hinter Paul Seixas (+10:06) ist jetzt Lenny Martinez (+13:00), der sich am Lidl-Trek-Duo Mattias Skjelmose (+13:09) und Juan Ayuso (+15:58) vorbeischob. Ayuso war einer der Verlierer des Tages, mit 6:26 büßte er er deutlich Zeit ein.
Die Gesamtwertung scheint geschrieben, doch morgen wartet die Königsetappe erneut nach Alpe d'Huez. Alpenriesen wie der Col de la Croix de Fer und der Col du Galibier, sowie der steile Col de Sarenne summieren sich auf abenteuerliche 5450 Höhenmeter.


24.07.2026 - Gerald