Paris- Roubaix - Van Der Poel trotz Defektpech noch vierter

Van Aert zockt Pogacar im Velodrom ab

Bereits zum 123. Mal ging das berühmteste Eintagesrennen Paris - Roubaix über die Bühne. 30 Pave-Sektoren insgesamt 55 Kilometer bilden das Spektakel des Kopfsteinpflasterklassikers. Die Gesamtdistanz beträgt 258 Kilometer, nach knapp 100 Kilometer ging der "Spaß" über das Pflaster los. Die Ausreißer bekamen heute nicht viele Fernsehminuten, zur Halbzeit lag das Hauptfeld schon vorne. Die Sektoren sind rückwärst nummeriert und im Pave-Stück 22 hatte Tadej Pogacar einen Defekt. Das große Problem sind die langen Wartezeiten auf das Betreuerfahrzeug, eine Minute verlor der Slowene. Bis zum Wald von Arenberg musste er mit senen Teamkollegen kämpfen, doch gerade noch rechtzeitig zu einem der schwierigsten Abschnitte war er zurück in der Spitze. Die Höchstwertung von fünf Sternen Trouee d'Arenberg kennzeichnen das extrem gefährliche und berüchtigte Pave-Stück. Schon nach wenigen Metern die ersten Stürze, ein trauriger Preis für das Spektakel. Dann der Schock bei Alpecin-Premier Tech, Mathieu Van Der Poel hat einen Defekt. Sein Teamkollege Jasper Philipsen gab ihm sein Rad, doch irgendwas funktionierte nicht mit dem Pedalsystem. Das ganze Desaster dauerte zwei Minuten, bis der Titelverteidiger wieder auf dem Rad saß. Nach dem Wald blieben mit dem Visma | Lease a Bike-Duo Christophe Laporte und Wout Van Aert, Stefan Bissegger, Mads Pedersen, Jasper Stuyven und dem Weltmeister nur mehr sechs Mann über, da Filippo Ganna auch einen Defekt hatte. Die Defekthexe wütete weiter, erneut Schaden bei Pogacar und kurz danach bei Van Aert. Pogacar war schnell wieder zurück, Van Aert fand mit Laurence Pithie und Jordi Meeus zwei Begleiter, an der 60 Kilometer-Marke war man zu acht. Die nächste Gruppe mit Van Der Poel und Filippo Ganna lag zu diesem Zeitpunkt eine Minute zurück. Im nächsten Sektor attackierte Van Aert, die nächsten Kilometer ging es als Duo mit Pogacar weiter, doch Van Der Poel lauerte schon 30 Sekunden dahinter, er hatte die Gruppe um Pedersen bereits eingeholt. Sektor um Sektor spulte man ab, die Van Der Poel-Gruppe konstant 30-40 Sekunden dahinter. Der letzte schwere Sektor mit fünf Sternen war Carrefour de L'Arbre 17 Kilometer vor dem Ziel. Tadej Pogacar versuchte energisch Van Aert abzuschütteln, doch der Belgier ließ sich nicht versetzen. Im Velodrom von Roubaix war dann Van Aert klar der Stärkere, souverän sprintete er von der zweiten Position aus zu seinem ersten Sieg in der "Hölle das Nordens". Der 31-jährige ist einer der erfolgreichsten Profis der jüngsten Radsportgeschichte, mit diesem Sieg hat er sich selbst ein Denkmal gesetzt. Für den Weltmeister blieb wie im Vorjahr der zweite Rang, ganz knapp geschlagen, werden den slowenischen Superstar nicht zufriedenstellen. Dritter wurde Jasper Stuyven, der noch vor dem Velodrom seine Begleiter mit einer forschen Attacke überraschte. Wahrscheinlich der Stärkste war heute Mathieu Van der Poel, der Titelverteidiger hat im berüchtigten Wald von Arenberg zwei Minuten verloren, nur 15 Sekunden hinter dem Sieger wurde er vor Christophe Laporte, Mick Van Dijke, Mads Pedersen und Stefan Bissegger trotzdem noch Vierter.

12.04.2026 - Gerald