Strade Bianche

Pogacar auch durch Sturz nicht zu stoppen

Bei seiner 19. Austragung hat das Schotterstraßenrennen Strade Bianche in der Toscana schon fast Klassikerstatus erreicht. Das Rennen mit Start und Ziel in Siena führte über 213 km, davon waren gut 80 auf Schotterstraßen zu fahren, aufgeteilt in 16 Abschnitte. Doch die weißen Straßen waren nicht die einzige Schwierigkeit des Tages. Wer die Toscana kennt weiß über die hügelige Landschaft bescheid - und die bescherte den Fahrern auch noch 3500 Höhenmeter. Den Großteil der ersten Rennhälfte lag eine 8köpfige Gruppe in Führung. Auch das Feld dahinter hatte nicht allzu lange Bestand. Nachdem die Spitze 4 Minuten Vorsprung herausgefahren hatte, übernahm Pogacars Team UAE Emirates das Tempodiktat im Peloton, das sich mehr und mehr in Gruppen und Grüppchen zerlegte. 80 km vor dem Ziel hatte dann Pogacar genug gesehen. Ähnlich bald wie im vergangenen Jahr (81 km vor dem Ziel) griff er an. Binnen Kürze hatte er die Spitzengruppe eingeholt und setzte sich gemeinsam mit Tom Pidcock ab. Connor Swift (GB/Ineos) aus der Spitzengruppe konnte zu den beiden aufschließen. Bald waren die Drei gut eine Minute voraus. Dahinter hatte sich eine Gruppe mit acht Fahrern, unter anderem Tim Wellens, Pello Bilbao und Magnus Cort etablieren. 50 km vor dem Ziel kam es zum Knalleffekt - Pogacar rutschte in einer Linkskurve bei einer kurzen Abfahrt das Hinterrad weg und der Weltmeister überschllug sich in die Wiese, kam aber scheinbar unverletzt davon. Er war im Nu wieder auf dem Rad und machte sich auf die Verfolgung von Pidcock, wobei dann Connor Swift abgehängt wurde und sein Glück als einsamer Dritter im weiteren Verlauf alleine suchte, bis er nach ein paar Kilometern von der Verfolgergruppe eingeholt wurde. Pidcock wartete und es ging zu zweit an der Spitze weiter. 35 km vor dem Ziel lösten sich Wellens, Bilbao, Ben Healy und Roger Adria von den anderen Verfolgern und bildeten mit Swift eine neue Gruppe, die es sogar schaffte, auf den nächsten 10 km etwa 30 Sekunden auf die beiden Führenden aufzuholen, sodass noch etwa eine Minute Vorsprung für die beiden Sieger der letzten drei Austragungen übrig blieb. Am vorletzten Schotterabschnitt attackierte der arg zerflederte, blutige Straßenweltmeister im bis zu 18 % steilen Anstieg und hängte die aktuellen MTB-Weltmeister Thomas Pidcock ab. Dahinter zeigte Pogacars Teamkollege Tim Wellens einen ganz ähnlichen Angriff und war nun alleiniger Dritter. Pogacar baute seinen Vorsprung rasch auf über eine Minute aus. Damit waren die Positionen bezogen. Pogacar holte sich seinen dritten Sieg an der Piazza del Campo innerhalb von vier Jahren. Dahinter landeten Pidcock, Wellens und Ben Healy jeweils mit Minutenabstand. Fünfter wurde Pello Bilbao vor Magnus Cort und Gianni Vermeersch.

08.03.2025 - Ralph