Hall Of Fame

Fahrer des Jahres

Fahrer des Jahres:
Erneut stehen an er Spitze der Frauen-Rangliste zwei Niederländerinnen. Anna Van Der Breggen, zuletzt 2015 an der Spitze der Wertung, versüßte sich die verkürzte Saison mit dem Doppel-Weltmeistertitel in Imola, wo sie nach dem Zeitfahr-Triumph auch im Straßenrennen nicht zu schlagen war. Dahinter landeten die Siegerin der Jahre 2017 und 2018 Anemiek Van Vleuten und die Italienerin Elisa Longo Borghini. Die Titelverteidigerin Lorena Wiebes musste sich mit Rang sieben begnügen.
Bei den Männern sind momentan die Slowenen das Maß aller Dinge. So wie im Vorjahr entschied Primoz Roglic die Wertung doch sehr deutlich für sich. Der 31-jährige kam auf unglaubliche 13 Saisonsiege, nur der französische Sprinter Arnaud Demare konnte mit 15 noch mehr volle Erfolge verbuchen. Zwar musste er am vorletzten Tag der Tour de France, wo er den sicher geglaubten Gesamtsieg noch aus der Hand gab, eine der bittersten Niederlagen seiner Karriere einstecken, doch wenige Wochen später verteidigte er seinen Titel bei der Vuelta a Espana erfolgreich. Der Mann, der Roglic den Tour-Sieg vermasselte, war sein Freund und Landsmann Tadej Pogacar, der sich beim Einzelzeitfahren hinauf zur La Planche des Belles Filles mit einer unglaublichen Leistung noch zum Gesamtsieger krönte. Er sicherte sich einen Eintrag in die (nicht nur slowenischen) Geschichtsbücher, denn er war der jüngste Tour-Sieger seit 100 Jahren, der zweitjüngste in der Geschichte, der erste Fahrer seit Eddy Merckx der drei Wertungstrikots holte, der erste Tour-Debütant der seit Laurent Fignon die Rundfahrt gewinnen konnte und der jüngste 3-fach-Etappensieger seit dem zweiten Weltkrieg. Nach dem Erfolg in Frankreich zeigte der 21-jährige bei Fleche Wallonne (9.) und Lüttich-Bastogne-Lüttich (3.), dass er trotz seines jungen Alters auf dem Weg zum kompletten Rennfahrer und Superstar ist.
Hinter den beiden Rundfahrtspezialisten wurde Peter Sagan dritter der Jahreswertung, zwar gelang nur ein Saisonsieg und auch das Grüne Trikot bei der Frankreich-Rundfahrt blieb ihm verwehrt, doch mit konstanten Leistungen über das ganze Jahr, gehört der ehemalige Weltmeister immer noch zur absoluten Spitze.

Aufsteiger des Jahres (*):
Mit Rang zum Abschluss der Vuelta a Burgos startete Joao Almeida Anfang August leichtfüßig aus dem Lockdown, doch im Oktober beim Giro d'Italia machte der Portugiese dann innerhalb von drei Wochen den Sprung von einem den Insidern bekannten Talent zum angehenden Star. Stark im Zeitfahren, beim Klettern fast auf Augenhöhe mit den Besten belegte er am Ende Rang vier im Schlussklassement. Der 22-jährige begeisterte das Publikum mit seiner angriffslustigen und mutigen Fahrweise und betrat die Bühne der Weltklasse im Stile eines Champions.
 
Rookie des Jahres (*):
In dieser von Absagen geplagten Saison war es für die Neo-Profis besonders schwierig sich zu beweisen. Am besten gelang das dem 20-jährigen Kasachen Yevgeniy Fedorov, der für sein Staats-Team Astana Premier Tech arbeitet. Zweiter bei der Tour of Langkawi und Sieger bei der Tour of Szeklerland sind sein Leistungsnachweis. Mit 59 zu 55 Punkten musste sich Taj Jones nur ganz knapp geschlagen geben. Der Australier ist ebenfalls 2000 geboren und hat einen Vertrag bei Israel Start-Up Nation.
 
Team des Jahres:
Bei den Frauen wurde nach vier Jahren der Lauf der niederländischen Boels Dolmans-Mannschaft beendet, erstmals schaffte es das US-Amerikanische Trek-Segafredo Team an die Spitze. Hinter dem Titelverteidiger wurde Mitchelton Scott aus Australien dritter.
Nachdem man sich im Vorjahr Bora-hansgohe, die deutsche Mannschaft landete auf Rang fünf, geschlagen geben musste, stellte Deceuninck-Quick Step wieder die alte Rangordnung her. Trotz der vielen Absagen kam man auf 46 Saisonsiege, deutlich mehr als die nächstplatzierten Teams UAE Emirates (35 Siege) und Ineos (21 Siege). 

(*) Aufsteiger des Jahres ist der Fahrer mit dem höchsten Punktezuwachs zum Vorjahr.
(*) Rookie des Jahres ist der Fahrer mit den meisten Punkten, der zum ersten Mal in der Rangliste aufscheint.

29.12.2020 - Gerald