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E3 Saxo Bank ClassicSolist Mathieu Van Der Poel gewinnt kurioses Finale |
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Das belgische Eintagesrennen wurde 1958 zum ersten Mal ausgetragen, als die Autobahn E3 zwischen Harelbeke und Antwerpen gebaut wurde, die somit als Namensgeber gilt. Doch mit Autobahn hat der belgische Frühjahrsklassiker bei weitem nichts zu tun. Auf den 208 Kilometern warteten sechzehn Hellingen, kleine zum Teil giftige Anstiege, auf das Peloton. Auch Kopfsteinpflaster durfte nicht fehlen, ein harter Arbeitstag für die Profis. Noch bevor die Gruppe des Tages gestellt war, begannen im Hauptfeld die Attacken. Der Titelverteidiger Mathieu Van Der Poel sah sich zum Handeln gezwungen und stürmte 69 Kilometer vor dem Ziel davon. Die Ausreißer ließ er einfach links liegen und bald war der niederländische Superstar alleine vorne. Doch der "Außerirdischen-Bonus" wirkt nicht ganz. Vier Fahrer machten sich auf die Verfolgung, der Vorsprung schmolz Sekunde um Sekunde. Van Der Poel merkte kurz vor dem letzten Kilometer, dass es nicht mehr reichen würde und hörte so gut wie auf zu treten. Das Quartett war schon auf gefühlte 10 Meter heran und verlangsamte plötzlich komplett das Tempo. Van Der Poel ließ sich nicht zweimal bitten und trat wieder an. Ungefährdet überquerte er als Solist den Zielstrich und verteidigte den Titel aus dem Vorjahr erfolgreich. Mit Ruhm haben sich Per Strand Hagens, Florian Vermeersch, Stan Dewulf und Jonas Abrahamsen nicht bekleckert, denn heute war statt den Ehrenrängen einen glänzenden Sieg möglich. Über dieses kuriose Finale wird man noch in Jahren schmunzeln und diskutieren. Das Hauptfeld führte 24 Sekunden später Tobias Lund Andresen vor Christophe Laporte, Gianni Vermeersch und Mads Pedersen über die Ziellinie.
27.03.2026 - Gerald