Letzte Bergankunft der Tour - Uran fällt zurück

Pogacar bleibt auch in Luz Ardiden erbarmungslos

Vier Tage vor dem Ende der Tour de France stand die letzte schwere Bergankunft auf dem Programm. Als Hors d'oeuvre für die Bergankunft der Kategorie HC in Luz Ardiden ging es über einen der bekanntesten Anstiege der Pyrenäen den Col du Tourmalet. Der 17 Kilometer lange Anstieg zum Tourmalet gehört ebenfalls zur Höchstschwierigkeit HC, die Passhöhe liegt auf einer Höhe von 2115. Der Erste, der den Gipfel erreicht, erhält eine Prämie von 5000 Euro, das "Souvenier Jacques Goddet".
Da die ganze Etappe nur 129 Kilometer lang war, kam kaum eine Gruppe weg. Die beiden Spitzenreiter Matej Mohoric und Julian Alaphilippe hatten kaum eine Minute Vorsprung auf das Peloton. In der langen Steigung lösten sich unter anderen David Gaudu und Pierre-Roger Latour. Der Letztgenannte sicherte sich die Sonderprämie am Tourmalet. In der Favoritengruppe sorgte Ineos-Grenadiers für das Tempo. Im immer kleiner werdenden Feld verlor Rigoberto Uran den Anschluss, der Kolumbianer zeigte schon gestern erste Schwächen. Am Tagesende verlor der 34-jährige über acht Minuten, in der Gesamtwertung bleibt nur mehr Rang zehn.
Auf den letzten 1000 Metern kamen vier Fahrer für den Tagessieg in Frage, Pagacar verteilte auch am letzten Berg keine Geschenke. Er konterte einen Angriff von Enric Mas und feierte souverän den zweiten Tagessieg in Folge. In der Tageswertung folgten wie gestern Jonas Vingegaard und Richard Carapaz vor Enric Mas, Daniel Martin, Sepp Kuss, Sergio Higuita, Ben O'Connor, Wilco Kelderman, Alejandro Valverde, Pello Bilbao und Guillaume Martin, alle innerhalb von 45 Sekunden.
 "Opfer" des Erfolgshungers von Tadej Pogacar wurde Wout Poels, der Niederländer kämpfte tapfer um sein gepunktetes Trikot, doch die Bergwertung wird wie letztes Jahr den Slowenen als Gewinner sehen.
Es steht am Samstag noch ein Einzelzeitfahren auf dem Programm, am Podium Pogacar, Vingegaard (+5:45) und Carapaz (+5:51) wird das auf Grund der gezeigten Leistungen nichts mehr ändern, Ben O'Connor (+8:18) und Wilco Kelderman (+8:50) liegen schon zu weit zurück.
Eine wichtige Entscheidung fiel mehr als eine halbe Stunde später. Mark Cavendish blieb Dank der Unterstützung seiner Berghelfer im Zeitlimit und könnte den eingestellten Rekord von Eddy Merckx mit 34 Etappensiegen noch überbieten.

15.07.2021 - Gerald