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Paris - Roubaix - Die Hölle des Nordens

Gilbert holt doch noch seinen Pflasterstein

Nach einem neutralisierten Start eröffnete der Tour-Direktor Christian Prudhomme um 11:15 Uhr die 117 Auflage von Paris - Roubaix, dem wohl letzten Anachronismus des Radsports. 257 Kilometer, davon 55 auf den gefürchteten Pave-Sektoren, eine extreme Herausforderung für Mensch und Material.
Irgendwie war das Feld mit keiner Fluchtgruppe zufrieden, so dass sich die erste ernsthafte Gruppe erst kurz vor dem Sektor 29, die Pave-Abschnitte werden rückwärts gezählt, beim Kilometer 96 bildete. Doch auch diesen Fahrern wurde nicht viel Abstand gegönnt und den Sektor 19, der berühmte Wald von Arenberg beim Kilometer 162), erreichte erstmals in der Geschichte ein geschlossenes Fahrerfeld. Auf den nächsten Sektoren wurde das Feld immer kleiner, die entscheidende Selektion fiel knapp nach der 200-Kilometer-Marke. Sechs Fahrer Philippe Gilbert, Yves Lampaert, Nils Politt, Peter Sagan, Wout Van Aert und Sep Vanmarcke gingen nacheinander in die Attacke und setzten sich über eine Minute ab. Im viertletzten Sektor übernahm dann Nils Politt die Initiative und nur Philippe Gilbert konnte folgen. Im Velodrom von Roubaix setzte sich dann die Erfahrung des ehemaligen Weltmeisters Gilbert durch, der im Alter von fast 37 Jahren noch seinen ersten Pflasterstein holte. Der 25-jährige Nils Politt kann sich trotzdem stolz zeigen. Der Deutsche ist die Entdeckung dieser Klassiker-Saison und mit seiner harten Schlussattacke hat er mit den nächstplatzierten Yves Lampaert, Sep Vanmarcke und Titelverteidiger Peter Sagan ganz große Rennfahrer über das Limit geführt.
Einer der Pechvögel des Tages war sicherlich der Belgier Wout Van Aert. Der Crossweltmeister hatte im Wald von Ahrenberg Defekt, kämpfte sich heran um bei einem Sturz wieder abgehängt zu werden. Erneut schloss er auf und war dann auch noch in der entscheidenden Spitzengruppe. Zum Schluss gingen dem 24-jährigen leider die Kräfte aus und es wurde trotz einer sensationellen Leistung "nur" Rang 22.
Einen starken tag zeigte auch der Österreicher Marco Haller. Er glänzte als Helfer für Nils Politt und erreichte das Ziel als sechzehnter.
 

14.04.2019 - Gerald